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Führungen nach Vereinbarung
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„Wenn der Kauz schreit, ist’s zum Sterben nit weit“

„Wenn der Kauz schreit, ist’s zum Sterben nit weit“

Tiere als Todesboten

Gerade in Verbindung mit dem Sterben gab man viel auf Tiere als Todesboten. So sollten Käuze, aber auch Raben, Elstern und Kreuzschnäbel durch ihren Ruf einen baldigen Tod anzeigen.

Hier noch eine Auswahl aus ähnlichen Vorstellungen:

  • Wenn in einem Haus keine Schwalben mehr nisten, stirbt im gleichen Jahr noch jemand aus dem Haus.
  • Hört man den Ruf des Kuckucks das erste Mal, achte man genau auf die Anzahl der Rufe, denn so viele Jahre habe man noch zu leben.
  • Wenn ein Hund nachts heult oder „weint“ und dabei den Kopf zur Erde senkt, bedeutet dies einen Todesfall. Die Richtung, in die er heult, zeigt an, wo der Tod eintreten wird.
  • Läuft ein Hund aus der Kammer eines Kranken, so stirbt dieser bald.

Tiere spüren viel, aber ob sie wirklich den Tod voraussehen können, bleibt wohl wirklich nur im Bereich des Aberglaubens wahr.

Das Sterbebild

Das Sterbebild

...ein kleines Stück Erinnerung

Sterbebildchen sind wichtige Symbole der Erinnerungskultur einer Gesellschaft.

Bilder und Texte der Sterbebildchen waren bis in die jüngere Vergangenheit ausschließlich religiöser Natur. Vor allem fanden sich Darstellungen der Passion Christi und der Muttergottes, verbunden mit christlichen Symbolen und Gebeten.

Bis in die Mitte des 20. Jh. ist auf dem Sterbebild viel über das Leben des Verstorbenen zu lesen:

  • Familienstand
  • berufliche und soziale Stellung
  • religiöse Einstellung

Niemals fehlte der Hinweis auf die letzte Stärkung durch die Sterbesakramente.

Ab dem Ende des 19. Jh. wurden Fotos der Verstorbenen auf dem Sterbebild angebracht.

Durch die Säkularisierung änderten sich auch die Bilder und Texte der Sterbebildchen. Der Gekreuzigte wurde zu einer idyllischen Landschaft und Gebete zu Gedichten.

Als Aufbewahrungsort für die Sterbebildchen diente das Gebetbuch, das jeden Menschen von der Erstkommunion bis zum Sterbebett begleitete. Sie sollten dort die Lebenden erinnern und auffordern, für die Verstorbenen zu beten. Mit dem Wegfall der privaten Gebetbücher wanderten die Sterbebildchen in Schubladen oder Schuhkartons.

Manche finden den Weg in die Sammlung des Rablhauses, wo sie zwar nicht mehr als Gebetsaufforderung, wohl aber der Erinnerung dienen.

"Devil Horn" und "Böser Blick"

Das „Metal Sign“ oder „Devil Horn“ signalisiert die Zugehörigkeit zur Heavy-Metal-Szene. Kaum einer der Iron Maiden-, Black Sabbath- oder Slayer-Fans wird wissen, was eigentlich hinter dieser Geste steckt:

Die ausgestreckten Zeige- u. Kleinfinger symbolisieren in ihrer Hörnerform tierisch-dämonische Aggression, Gewalt und Unterwerfung, Fluch und Spott. Angewendet wurde die „Hörnchenhand“ vorwiegend zur Abwehr des bösen Blickes oder zum Schutz vor bösen Geistern und Dämonen. Damit zeigt sich wieder einmal die Hintergrundvorstellung zahlreicher magischer Handlungen: Gleiches wird mit Gleichem vertrieben.

Wer genauer hinsieht, wird erkennen, dass diese Denkweise ganz und gar nicht weit hinter uns liegt. Gerade Gesten weisen noch stark auf vorhandenes magisches Gedankengut hin: Daumen halten, auf Holz klopfen oder „Toi, toi, toi“ wünschen – bei all diesen Handlungen werden wir zu Magiern 😊.

Andenken und Liebesbeweis

Andenken und Liebesbeweis

Bilder und Schmuck aus Haar

Dem Haar kommt, wie allen menschlichen Bestandteilen, in der Magie bzw. im Aberglauben eine ganz besondere Bedeutung zu. Im Haar wurde die ganze Kraft der Seele vermutet. Es mag daher nicht verwundern, dass es zahlreiche Vorstellungen und Praktiken rund um die menschliche Haarpracht gab.

Die Auffassung der „Beseelung“ ist auch Hintergrund der Herstellung von Bildern und Schmuckgegenständen aus Echthaar, die im 17. Jahrhundert begann und ihre Blüte im Biedermeier erlebte. Haarbilder machte man aus den Haaren geliebter Verstorbener, um sich an sie zu erinnern, aber auch Verlobte, frisch Vermählte oder Freunde schenkten sich gegenseitig kunstvolle, zu Ornamenten gelegte, geflochtene, geklöppelte oder gewobene Bilder oder Schmuckstücke als Zeichen ihrer Verbundenheit.

Ein Teil der Menschenseele wurde so zum Andenken oder Liebesbeweis.

Hilfe in Geburtsnöten

Hilfe in Geburtsnöten

Wehenfläschchen gehören zu den religiös-magische Hilfsmitteln bei der Geburt. Eine Hebamme hatte neben ihren Instrumenten und Kräutern meist eine Anzahl mehr oder weniger „abergläubischer“ Hilfsmittel in ihrem Koffer. Sie wusste, dass Körper und Seele zusammenspielen und daher Hilfe für beides von Nöten war.

Wehenfläschen hielten die Gebärenden in ihrer schweren Stunde in der Hand. Die überirdische Unterstützung erflehte man vor allem von der Muttergottes oder jenen Heiligen, deren Reliquien sich im Inneren der Fläschchen befanden – in jenem der Rabler Sammlung handelt es sich um ein Stück aus dem Grab des Hl. Aloysius von Gonzaga in feiner Klosterarbeit.

Der schützende Keiler

Der schützende Keiler

Was heute als reiner Schmuck an Charivari-Ketten, vorwiegend in Bayern, getragen wird, galt noch vor nicht allzu langer Zeit als wirksamer Schutz gegen Dämonen, Hexen und sonstiges Teufelszeug. Die unbändige Kraft und vor allem die gefährlichen Waffen der Wildschweine ängstigten und beeindruckten den Menschen gleichermaßen. Aus diesem Grund glaubte man sich auch selbst vor bösen Mächten geschützt, wenn man Teile dieser Tiere bei sich trug.

In den Tiroler Weinbaugebieten gab es bis ins 20. Jh. Weinberghüter, die sogenannten „Saltner“. Sie trugen auf ihren Runden durch die Weingärten einen hellebardenähnlichen Spieß und einen imposanten Hut mit zahlreichen Federn, an dem seitlich zwei Fuchsschwänze herabhingen. Um den Hals hatten sie mehrere Ketten mit Keilerzähnen hängen. Der martialische Anblick eines Saltners sollte nicht nur Diebe und Vögel aus den Weinbergen vertreiben, sondern den Saltner selbst vor nächtlichen Heimsuchungen schützen.

Fake News oder Wundermittel

Fake News oder Wundermittel

Wundersame Pestarznei

FAKE NEWS sind anscheinend nichts Neues. In der „Heylsamen Hauß=Apotecken“, einem medizinischen Ratgeber aus dem Jahr 1714, laut Angaben des anonymen Autoren „bestehend in allerhand sicheren / guten und bewaehrten /auch von Hochgelehrten Herren Medicis gutgeheissenen Artzney=Mitteln“ wird folgendes Mittelchen gegen die Pest empfohlen:

„Nimm alle Morgen fruehe von deinem eignen Koth / so vil als ein Haselnuß groß nuechter ein / so wirst selbigen Tag vor der Pest versicheret seyn.“

Auch wenn der Verfasser der Rezeptsammlung seine Ratschläge „aus schuldigister Liebe deß Naechsten zusammen getragen / und zu allgemeiner Leibs=Ersprießlichkeit auß getreuer Hertzens=Neigung in offentlichen Druck verfertiget“ hat, wird man das Gefühl nicht los, als hätte er gerade dieses Rezept mit einem hinterlistigen Lachen aufgeschrieben.

Aber wenn man so hört, was die Leute heute alles glauben, mag vor 300 Jahren der Autor nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und wohl auch der ein oder die andere dieses Rezept ausprobiert haben.

Ein Zaunring für die Fruchtbarkeit

Ein Zaunring für die Fruchtbarkeit

Schon seit der Urzeit – Viagra und Co. war noch in weiter Ferne – halfen sich die Menschen, um Potenz und Fruchtbarkeit zu steigern. Man verwendete jene Mittel, die zur Verfügung standen und verband alles mit einer Portion Glaube oder Aberglaube. Im Garten gab es eine Vielzahl von Kräutern zur Sicherung eines erfüllten Ehelebens – beispielsweise Sellerie und Meisterwurz für den Mann sowie Mönchspfeffer und Rotklee für die Frau. Die Wirkung vieler Kräuter konnte durch diverse Praktiken und Rituale verstärkt werden, wie das Urinieren durch einen Zaunring, das bei Potenzstörungen sofortige Hilfe gebracht haben soll.

Das beste Rezept wird aber wohl immer noch Liebe sein, um eine Ehe glücklich zu erhalten 😊

Die Museumseröffnung muss warten...

Die Museumseröffnung muss warten...

 

Liebe BesucherInnen!

 

Aufgrund der Beschränkungen für Museen, haben wir uns entschlossen, das Rablhaus erst wieder am 2 Juli 2020 zu öffnen.

Wir wünschen viel Gesundheit und freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Das Museumsteam

Einladung zum Schauen und Staunen

Einladung zum Schauen und Staunen

Da wir unser Museum voraussichtlich erst wieder am 1. Juli 2020 öffnen, wollen wir die Wartezeit bis dahin mit ein paar Einblicken in unsere wunderbare Sammlung verkürzen.

Ab Mai zeigen wir jede Woche neue geheimnisvolle, interessante und kuriose Dinge und laden zum Schauen und Staunen, aber auch zum Mitreden ein. Wer eine eigene Geschichte zu einem Objekt weiß, ist herzlich willkommen, sie mit uns zu teilen (info@rablhaus.at oder +43 650 3037485).

Und natürlich hoffen wir, dass die Bilder zu einem Besuch in unserem Rablhaus ab Juli anregen – hier gibt’s nämlich noch viel mehr Spannendes zu entdecken 😊

Die Schlangenhaut

Die Schlangenhaut

in der Hausapotheke

In allen Weltkulturen spielt die Schlange eine wichtige Rolle. Oft wird sie mit dem Dämonischen, Bösen in Verbindung gebracht, wie z.B. im Christentum. Es wird ihr aber auch heilbringende Kraft zugeschrieben, weshalb sie zum Sinnbild alter Heilgötter, wie des griechischen Äskulap, wurde. Das hat vorwiegend mit ihrer „steten Verjüngung“ zu tun, als die man die Häutung der Schlange ansah. Die Schlangenhaut wurde gerne bei schweren Geburten eingesetzt: Auf den Bauch der Gebärenden gelegt, sollte sie, analog zur Häutung, dem Kind zum Leben verhelfen.

Eigentlich logisch, oder 😉

"Tödlein"

schauriges Totengedenken

oder „Mementosargln“ nannte man die kleinen Betrachtungs- oder Tischsärglein, die im 18 und 19. Jahrhundert vorwiegend im Totengedenken Anwendung fanden. Sie sollten in ihrer oft schauerigen Ausführung an die Sterblichkeit des Menschen erinnern. Mitunter recht detailreich wurde die Vergänglichkeit des irdischen Daseins dargestellt: verwesende, mit Maden besetzte Leichname oder bleiche Skelette aus (Elfen-)Bein, Holz oder auch Wachs. Auch weitere Attribute des Todes, wie Sense oder Sanduhr, finden sich manchmal in den Miniatursärgen.

Noch kleiner als die Tischsärglein sind die „Taschen- oder Jackensärglein“, die man als dauerhafte Erinnerung an die eigene Sterblichkeit mit sich tragen konnte.

Das Museum für Sepulkralkultur in Kassel gab 2005 anlässlich einer Sonderausstellung eine sehenswerten Katalog zu diesem besonderen Memento Mori Objekt heraus:

Neumann, W. und Manusch, M. (Hrsg.): Vergänglichkeit für die Westentasche: Miniatursärge und Betrachtungssärglein. Kassel 2005.

Skapulier

Skapulier

Schon im Volkslied über das Kaserweibl auf der Höttinger Alm singt man über das „Skapulierl“, das man unter dem Leibl tragen sollte, um dem Hexenschuss des bösen Weibls zu entgehen. Den geweihten Stoffstücken, so umgelegt, dass eines auf der Brust und eines am Rücken zu liegen kommt, traute man viel zu: Schutz vor Unfällen und Krankheiten und Bewahrung vor den Qualen der Hölle. Am bekanntesten sind die braunen Skapuliere des Karmelordens, auf den diese „Heilbringer“ zurückgehen. Simon Stock, ein Karmelit des 13. Jh., hatte eine Marienerscheinung, die ihm ein Skapulier überreichte mit der Verheißung, dass niemand, der mit einem Skapulier bekleidet sterbe, die Qualen der Hölle erdulden müsse.

Neuer Begleiter durch das Rablhaus

Neuer Begleiter durch das Rablhaus

Aktualisierter Museumführer

Seit geraumer Zeit war der Museumsführer durch das Rablhaus vergriffen.

Pünktlich zur Eröffnung der Museumssaison im Rablhaus können wir nun den neuen Begleiter durch das Museum, aktualisiert und in ansprechender Form, präsentieren.

Aus dem Inhalt:

  • Informationen zum Gebäude und den letzten BewohnerInnen
  • „Logolyse“ – das Logo des Museums wird erklärt
  • Von der Liebe bis zum Tod – Spaziergang durch die Ausstellungsräume
  • Der tägliche Rosenkranz
  • Heiligenverehrung
  • glaube.aber.glaube heute

u.v.m.

Publikationsreihe RablSchrift

Publikationsreihe RablSchrift

Seit 2017 gibt das Museum Rablhaus eine eigene Publikationsreihe heraus – die RablSchrift. Die Reihe ist als weiterer „Output“ des Museumsinhaltes gedacht. Sonderausstellungen werden vertieft, aktuelle Themen aufgegriffen und/oder Besonderheiten aus dem Museum präsentiert.

RablSchrift Nr. 1 – Überleben und Weiterleben – Heimkehrer aus dem 2. Weltkrieg, Begleitpublikation zur gleichnamigen Sonderausstellung im Museum Rablhaus, 19. Oktober bis 5. November 2017, € 9,00

RablSchrift Nr. 2 – Trophäe und Aberglaube – Jagdliche Heil- und Wundermittel, Begleitpublikation zur gleichnamigen Sonderausstellung im Museum Rablhaus, 22. Juni bis 13. Oktober 2018, € 14,00

 

Die RablSchrift ist erhältlich direkt im Museum Rablhaus, in der Gemeinde Weerberg oder per Mail unter info@rablhaus.at

Agapen im Rablhaus

Agapen im Rablhaus

Das Team vom Museum Rablhaus richtet bei Hochzeiten oder Taufen jederzeit gerne eine Agape auf dem Vorplatz der Kirche St. Peter aus. Dabei werden regionale Produkte und Getränke angeboten. Bei Schlechtwetter können die Feiern selbstverständlich auch in den Räumlichkeiten des Museums Rablhaus abgehalten werden.

Nähere Informationen erhalten Sie unter info@rablhaus.at oder unter 0650/3037485.